Hunde - Vermisste/Gefundene Tiere Darmstadt und Umland e.V.

Vermisste/Gefundene Tiere Darmstadt und Umland e.V.
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Hunde

Tiersicherung
2014 wurde von uns die erste Hundefalle gebaut.
Sie hat gut funktioniert, war aber weit weg von dem was wir heute verwenden.
Die Teleskopfalle war die erste komplett durchgeplante Hundefalle.
Sie wurde Anfang 2017 fertig und damit begann die Hundesicherung.
Zunächst informierten wir uns in einem Seminar bei einem Berufstiersicherer über die Grundlagen.
Bei der Jägerschaft wurde der Fangjagdlehrgang (Fallenschein) gemacht.

Mit jeder Sicherung wurde dazu gelernt. Über 110 Einsätze wurden seit her bereits gefahren.

Wir verfolgen heute unser eigenes Konzept, das am Hund orientiert ist.

Hierbei gelten folgende Grundsätze:

  • Der Hund soll kein Fallentrauma erleiden.
  • Er soll so wenig wie möglich Scheu vor der Falle haben, damit er schnell gesichert werden kann.
  • Fehlfänge sind zu 100% ausgeschlossen. Nur der gesuchte Hund wird gesichert.
  • Die Falle muss flott aufgebaut werden können und gleichzeitig überall funktionieren.

In der Regel werden wir auf Empfehlung tätig. Die ersten 3 Tage sind allerdings wichtig in der Hundesicherung. So kann es vorkommen, dass wir unsere Hilfe auch anbieten.

Ist der Hund entlaufen, entsteht eine Ausnahmesituation.
Mit unseren Erfahrungswerten können wir gut auf die Situation reagieren und Maßnahmen ergreifen, die zielführend sind, den Hund wieder gesund nach Hause zu bringen.

Wir versuchen uns in den Hund hinein zu versetzen und entwickeln anhand von Satelitenbildern der Gegend kombiniert mit Sichtungen eine Vorraussage zum günstigsten Fallenstandort.
Eine mehrtägige Anfütterung an einer Futterstelle entfällt hierbei.
Befindet sich der Hund in einer Gefahrenzone (Schienen, Schnellstraßen,..) tendieren wir dazu, auch bei niedriger Aufenthaltswahrscheinlichkeit möglichst schnell eine Falle aufzustellen.

Auch längere Aufstellzeiten werden realisiert, wenn der Hund extrem vorsichtig ist und sich nicht in Gefahr befindet. Ebenso sind ungewöhnliche Aufstellorte, wie der Mittelstreifen einer 8 Spurigen Autobahn, schon vorgekommen.

Schlußendlich ist aber immer der Hund, derjenige, der für sich entscheidet und so die Maßnahme vorgibt.
So kann eine Verhaltensänderung des Hundes auch eine andere Maßnahme in den Vordergrund bringen.
Seminar
Fallenschein
Falle 2014
Teleskopfalle 2017
eFalle
Türfalle
Segmentfalle
Es gibt mehrere Gründe, warum ein Hund schnell gesichert werden sollte.

  • Der Hund ist in Deutschland draußen in Gefahr durch Straßen, Schienen und durch Wildschweine.
  • Er kann draußen keine nötigen Medikamente bekommen. Er ist auf sich gestellt, kann von Parasiten befallen werden, in Zäune rennen, abstürzen, frieren, naß werden und hat höchstwahrscheinlich große Angst vor der Situation.
  • Menschen haben Angst vor Hunden und großen Stress einem frei laufenenden, wenn auch harmlosen Hund, zu begegnen.
  • Gerade zur Brut-und Setzzeit stört ein Hund empfindlich das Gleichgewicht. Die Aufgabe des Jägers ist hier sein Wild zu beschützen. Dies soll er mit milderen Maßnahmen als Abschuss umsetzen. Der Hund darf theoretisch geschossen werden, wenn er wildert.
  • Der Halter möchte seinen Hund wieder haben

Ein Hund reduziert seine Aufmerksamkeit draußen daher auf das für ihn Nötigste.

  • sicherer Schlafplatz
  • Wasser
  • Futter

Er verwildert nicht draußen und es gibt auch keinen festgesteckten Zeitrahmen, ab wann er sich fokusiert.
Entläuft er durch einen Schreckreiz, kann Panik unmittelbar nach dem Entlaufen ausbrechen.

In der Regel versucht der Hund an dem Ort zu bleiben, den er bereits kennt.
Ist er frisch angekommen, ist der Entlaufort das einzige was er kennt.
Er wird sich von dort aus weiter orientieren und vornehmich nach Futter und Wasser suchen.
Mit wachsendem Hunger und dem Gefühl verloren zu sein, tritt meist eine Veränderung nach ca. 3 Tagen auf.
Die Umgebungssituation in der sich der Hund befindet ändert sich nicht und Panik kann wachsen.

Die wenigsten Hunde wildern, wenn sie komplett auf sich gestellt sind. Sie müssen draußen zu sehr mit ihrer Energie haushalten. Ein Jagderfolg steht dem Aufwand in ungünstigem Verhältnis gegenüber, daher werden eher Mülltonnen, Katzenfutterplätze, Kirrungen und andere Nahrungsquellen bevorzugt.

Durch Einfangversuche, die der Durchschnittsbürger unternimmt, wenn er nicht darauf hingewiesen wird, dass es sich um einen ängstlichen Hund handelt, kann der Hund den Ort verlassen. Ebenfalls können andere Situationen dazu führen, dass der Hund sich entscheidet, dass ein anderer Ort möglicherweise besser für ihn geeignet ist und ihm weniger Angst macht oder mehr Ressorcen bietet.
Als Fremder Futterstellen für einen Hund anzulegen ist gut gemeint, hilft aber nicht wirklich. Bitte versuchen sie herauszufinden, ob ein Sicherungsteam bereits tätig ist. Bieten sie hier ihre Unterstützung an. Wird eine Falle gestellt, dann ist Futter die einzige Motivation für den Hund hinein zu gehen. Bedient er sich an anderer Stelle, wird er nicht in die Falle gehen und die Sicherung verzögert sich - der Hund muss noch länger draußen bleiben

Der Hund verwildert aber nicht. Die meisten Hunde sind nach der Sicherung sehr müde und dann deutlich anhänglicher.
Hunde sind individuell. Ebenso die Entlaufsituation. Bei Hunden, die gar keine Bindung haben, sollte man sich sofort Hilfe holen.
Nachfolgend einige Maßnahmen, die erfolgreich sein können.

Grundsätzlich gilt : nur gar nichts machen ist falsch.

Aber:
Es können auch Maßnahmen die Angst des Hundes verstärken (nachlaufen und in bestimmten Situationen auch rufen).
Ist ein Hund in der Nähe von Gefahrenquellen wie Schiene, Autobahn, Schnellstraße, Abgrund, usw. ist eine Annäherung zwingend von der Gefahrenquelle weg durchzuführen. Der Hund darf in keinem Fall zu der Gefahrenquelle hin getrieben werden.
Sind Gefahrenquellen in der Nähe, ist Eile geboten. Tagelanges Anfüttern an einer Futterstelle, um sicher die Falle stellen zu können, kann dem Hund das Leben kosten. Jede Maßnahme muss ständig reflektiert werden. Reagiert der Hund negativ, dann ist die Maßnahme zu ändern.
Nicht nachrennen, ruhig warten
(min. 4-5 Stunden)
Hunde kehren oft zum Entlaufort zurück.
Wenn sie sich beruhigt haben, können sie ihrer eigenen Spur folgen (wetterabhängig).
Wenn die Gegend für den Hund unbekannt ist, ist der Entlaufort der einzige Anhaltspunkt.
Bei vertrauter Gegend, kann der Hund auch zurück nach Hause finden oder sich entlang den Gassiwegen orientieren.
Hunden nicht die Wege versperren. Sie laufen eher durch ein offenes Tor oder eine Tür als unter einem Zaun durch zu krabbeln oder eine Tür aufstoßen zu müssen.
Die Möglichkeit, dass der Hund durch „offene“ Türen gehen kann, sollte hier gegeben sein.
Vertraute Geräusche und Gerüche von vertrauten Personen können beim anlocken helfen, das ist allerdings abhängig vom Entlaufgrund.
So lange es geht vor Ort warten.
Taucht der Hund nicht auf, vertrauten Geruchsträger auslegen (T-Shirt, Decke, ...) und Futterstelle einrichten. Wasser nicht vergessen.
Futterstelle einrichten
ggf. Hund anlocken
Grillhähnchenfleisch und Haut (ohne Knochen),
Fleischwurst, körniger Frischkäse, Leberkäse, Cheeseburger, Pansen, Limburger, Gauda, Wiener, Frolic, grundsätzlich Lieblingsleckerlie vom Hund und gewohntes Futter.
Eine raschelnde Tüte macht den Hund ggf. neugierig, wenn er es bereits positiv verknüpft hat. Futter nicht nach dem Hund werfen, besser ablegen und sich ca. 10-15 m entfernen, den Hund zum Futter gehen und fressen lassen.
Prozedur wiederholen und dabei die Distanz verkürzen. Am Ende Futter am ausgestreckten Arm geben, Handfläche nach oben oder mit Daumen und Zeigefinger halten, in der Hocke.
Hunde sind immer schneller als der Mensch. Ohne Halsband oder Geschirr ihn greifen zu wollen, ist unmöglich. Dies erhöht am Ende die Scheu. Erst wenn man sich 100% sicher ist, das der Hund so nahe ist, das man ihn problemlos streicheln kann, kann man versuchen ihn an Geschirr oder Halsband zu greifen. Achtung er kann sich wehren dabei und ggf. auch beißen.
Vertraute Person oder vertrauten Hund holen
Gruchsträger platzieren
Vertraute Personen oder andere vertraute Hunde (Spielkammeraden, Zweithund) können den Ausreißer anlocken.
Bitte auch zeitnah an eine eventuelle Pflegestelle denken, wo der Hund vorher war, wenn noch keine Bindung besteht.
Hier kann wertvolle Zeit verstreichen, weil man sich vielleicht nicht traut, die Nachricht vom Entlaufen zu überbringen.
Die ersten drei Tage sind besonders wichtig. Hier orientiert sich der Hund und hält an dem einzigen fest was er kennt.
Einfangversuche, Bedrängnis, Futter oder Wassermangel können ihn weitertreiben.

Ein Geruchsträger kann ein von der vertrauten Person getragenes T-Shirt sein oder eine Decke, ein Körbchen, ein Spielzeug vom Hund.
Resultiert eine negative Besetzung der vertrauten Person aus dem Entlaufgrund, vermeidet man die Erinnerung an die Person.
Gegenstände können die Erinnerung wachrufen und den Hund aus seiner Angst holen.

Knien oder sitzen und den Hund kommen lassen. Nie mit dem Oberkörper über den Hund beugen und immer mit der Hand von unten nähern.
Kommt der Hund nicht näher, nie direkt auf ihn zu gehen sondern immer im Bogen von der Seite nähern (eher Hinterteil ansteuern statt den Kopf).
Flüchtet er, nicht hinterher laufen. Immer den Hund genau beobachten und überlegen, ob durch die Annäherung der Hund in eine Gefahr (Autobahn, Straße, Bahngleis) geraten könnte.

Wichtig: Hunde ohne Halsband oder Geschirr kann man nicht festhalten!
Einfangversuche hier immer nur durch locken in abgeschlossene Bereiche (Hof mit Tor, Grarten mit höherem Zaun,..).
Wird sich auf den Hund gestürzt, kann er in Panik beißen. Es wird auch schmerzhaft für ihn, im Fell festgehalten zu werden. Lockt man ihn mit Futter an und stürzt sich auf ihn, reduziert sich das Vertrauen massiv und jede weitere Begegnung, auch mit anderen Menschen, wird ihn primär flüchten lassen.

In der Dunkelheit anlocken
Dunkelheit hat auf manche Hunde eine Wirkung. Es ist nachts meist auch ruhiger als tagsüber. Vertraute Geräusche sind weiter zu hören, der Hund kann sich besser darauf konzentrieren und sich „erinnern“.
Die Dunkelheit kann dem Hund Angst machen und er schließt sich schneller wieder Vertrautem an.
In der Dunkelheit sind weniger Menschen unterwegs und so kann sich die potentielle Bedrohung für den Hund reduzieren.
Den Hund nicht mit der Taschenlampe blenden.
Die ruhigste Zeit ist zwischen 1:00 Uhr und 3:00 Uhr nachts.
Hier sind dann viele scheue Hunde unterwegs.
Polizei, Registrierungsdienst (z.B. Findefix, Tasso), Tierheime, Tierärzte, Tierkliniken, Fundbüro, Ordnungsamt,
und Haftpflichtversicherung informieren.

Bundespolizei ist zuständig für Gleistrassen, Autobahnpolizei für die Autobahn, Schichtwechsel bei der Polizei ist meist um 18:00 Uhr. Ggf. davor und danach anrufen und immer mal nachfragen.

Registrierdienste wie Findefix und Tasso bieten Services an wie Flyer erstellen und Suchmeldung an Suchhelfer zu verteilen. Hier wird auch meist schnell die Suchmeldung in Facebook verbreitet. Daher ist es wichtig im Registrierdienst den Hund als entlaufen zu melden.

Passiert ein Unfall, kommt die Haftpflichtversicherung für Schäden auf. Hier sollte die Versicherung informiert sein, dass der Hund entlaufen ist. Bei hohen Schadenssummen kann versucht werden, dass man Gründe findet, nicht dafür aufzukommen.

Selbst Erreichbar sein.
Es sollte eine Telefonnummer angegeben werden, wo der Halter bei einer Sichtung sofort erreichbar ist.
Möchte man seine eigene Handynummer nicht veröffentlichen, kann eine Prepaidkarte im nächsten Discounter besorgt werden (3€, in 20 Minuten konfiguriert und meist nach 2 Stunden einsetzbar).

Mehrere Duftspuren aus verschiedenen Richtungen zur Futterstelle legen.

Hundenassfutter, Katzennassfutter, Frolic, alles mit vielen Lockstoffen und Leberwurst mit 1-2l heißem Wasser übergießen und pürieren.
Die Essenz in großen Eimer geben und mit Wasser auffüllen, mischen und in 1,5l Kunststoffflaschen (Einweg) abfüllen.
In heißem Wasser löst sich das Fett besser auf und der Geruch wird weiter getragen.
Rinder oder Geflügel-Bouillon kann auch verwendet werden.
In einen Schraubdeckel ein 4mm Loch (kleiner verstopft) mit Bohrer oder heißem Nagel bohren. Durch drücken der nach unten gerichteten Flasche wird so die richtige Menge an Flüssigkeit verspritzt.  Ein Hund riecht sehr gut und eine 1,5l Flasche reicht grob für 1 km Duftspur.
Eine Duftspur verteilt die vertraute Person am besten zu Fuß. Auch ein Fahrrad ist für größere Distanzen praktikabel. Die längere Duftspur sollte mit kleinen Erfolgshäppchen aufgepeppt werden (Leberwurstkugeln, Löffel Katzenfutter, Frolic, Stück Wiener, Stück Fleischwurst,..).
Man sagt, dass die Hundenase das Alter der Spur erkennen kann. Demnach beginnt man die Spur von dem entfernten Ort und zieht sie zum Ziel (Falle/ Futterstelle).

Flyer und ggf. kleine Visitenkarten drucken und verteilen.

Bild vom Hund und Fellfarbe und knappe Beschreibung von besonderen Merkmalen (weißes Ohr, Brustfleck, helle Pfoten, kurzes oder langes Fell, Stehohren, Stummelschwanz, Halsband, Geschirr, Leine..).
Der Hinweis „Ängstlicher Hund! Bitte keine Einfangversuche, nur Sichtungen melden“ besonders bei ängstlichen Hunden ist sehr wichtig.
Flyer an Orte hängen, wo andere Gassigänger sind, sowie viele Menschen: Supermärkte, Getränkemärkte, Bäcker, Zeitungsladen, Apotheken und reichlich in der direkten Umgebung des Entlaufortes (Abzweigungen, Parkplätze).
Ein Hund läuft bequem 9km in einer Stunde, daher auch Orte in mittlerer Entfernung in Betracht ziehen.
Bei einem ortstreuen Hund können zu viele Flyer eine ungewünschte Aufmerksamkeit hervorrufen.
Flyer können zum Wetterschutz in Klarsichthüllen gesteckt werden (Öffnung nach unten). Laserdrucker drucken wasserfest. Flyer können gut mit Panzerband befestigt werden.
Keine Nägel oder Zwecken zur Befestigung in Bäume drücken. Flyer werden oft abgerissen und es ist nicht überall erlaubt.
Visitenkarten und kleine Zettel können die wesentlichen Infos enthalten und an Passanten vor Ort ausgegeben werden.
Zu viele Flyer stören Mitmenschen, zu wenig sind ineffektiv.
Man kann versuchen sich in einen anderen Menschen hinein zu versetzen. Steigt dieser aus seinem Auto aus, dann sollte er einen Flyer sehen. Geht er spazieren und sieht den Hund wird er sich erinnern, aber vermutlich nicht die Telefonnummer parat haben. Kommt er auf seinem Weg an einen weiteren Flyer wird er zeitnah anrufen. Flyer so platzieren, dass nicht mehr als 15 Gehminuten dazwischen liegen. Immer an Kreuzungen und Weggabelungen Flyer platzieren.

Eine Sichtungskarte einrichten
Mit GoogleMaps kann dies sehr gut erledigt werden.
Hier Sichtungspunkte mit Uhrzeit, Laufrichtung und Kontaktdaten des Sichters eintragen.
Auf der Karte entsteht eine Übersicht, da Sichtungen nicht immer zeitnah gemeldet werden.

Auch geflyerte Straßen markieren, da die Flyer auch wieder abgehängt werden müssen wenn der Hund zurück ist.

Die Karte gibt Aufschluss über die Bewegung und hilft vorauszusehen, wo der Hund hin gehen oder sein könnte.

Suchmeldung in Facebook
Menschen müssen bei einem ängstlichen Hund informiert werden, dass sie sich ihm nicht nähern dürfen.
Ist der Aufenthaltsort ungewiss, macht ein Aufruf in sozialen Medien immer Sinn (Suchgruppen und Ortsgruppen).
Allein deshalb, um die Menschen zu informieren den Hund in Ruhe zu lassen. Der normale Spaziergänger wird versuchen den Hund anzusprechen oder einzufangen.
Wird der Mensch als Bedrohung wahr genommen, können weite Strecken vom Hund zurückgelegt werden und die Gefährdung nimmt zu.
Ständige Neuorientierung versetzt den Hund zusätzlich in Angst, da seine Grundversorgung nicht gesichert ist.
Sichtungen nur an Kontaktdaten (Telefonnummer) weiterleiten. Eine Veröffentlichung der Sichtung verhindern/löschen, denn das kann bei manchem den Sonntagsspaziergang (Such-Tourismus) interessanter machen.
Darauf hinweisen, dass die beste Hilfe ist, mit dem Handy Bilder oder Videos vom Hund zu machen, Uhrzeit und Richtung von wo er kam und wohin er ging.

Hunde bleiben meistens die ersten Tage in der Nähe des Entlaufortes um sich zu orientieren. Sie sind Energiesparer und werden nicht grundlos viele Kilometer laufen.
Sie suchen nach Wasser, Futter und einem sicheren Schlafplatz. Darüber hinaus wirken andere Dinge möglicherweise als Bedrohung.
Jede sinnvolle Idee ist gut und kann versucht werden. Nur nichts tun ist Falsch. Allerdings ist sofort abzubrechen, wenn der Hund nichts annimmt oder mit Flucht reagiert.
Der Ruheplatz ist tabu. Hier wird kein Futter ausgelegt. Wird Futter dort hin gebracht, wird der Hund möglicherweise gestört und gibt den Platz auf.
Die Folge : Suche nach einem neuen Ruheplatz und erneute Bewegung

externe Hilfe – was können Andere tun?
Hunde sind individuell. Ebenso die Entlaufsituation. Bei Hunden, die gar keine oder nur wenig Bindung haben, sollte man sich sofort Hilfe holen.
Es gibt inzwischen viele Menschen die sich berufen fühlen, in der Hundesicherung tätig zu sein. Informieren sie sich, wie lange der Anbieter schon Sicherungen macht und wie viele Hunde er gesichert hat. Fragen sie nach der Motivation. Versuchen Sie diese Angaben zu überprüfen. Manche, die sich als Profis mit jahrelanger Erfahrung ausgeben, haben hier an den Angaben wohlwollend manipuliert. Nicht der erste, der anruft muss ein seriöser Hundesicherer sein. Geben sie Empfehlungen in Facebook nicht so viel Gewicht. Hier sind es oft die selben Leute, die versuchen eine Hundesicherung zu glorifizieren. Seien sie kritisch, auch wenn die Situation gerade nach Hilfe schreit.
 

Externe Beratung
Eine gute Beratung sammelt zunächst so viele Informationen über die Entlaufsituation, den Charakter des Hundes und seine Herkunft.
Die Entlaufsituation bestimmt die aktive Beteiligung der Halter. Verbindet der Hund ein prägendes, negatives Erlebnis mit dem Halter, was zum Entlaufen geführt hat, dann ist dessen Tätigkeit eher eine Nebenrolle bei der Sicherung.
Ist der Hund von zuhause entlaufen, mit dem Auto zum Gassi gefahren usw. bestimmen die Vorgehensweise.
Der Charakter gibt eine Richtung vor, die Maßnahmen zur Sicherung vorwählen.
Die Herkunft spielt eine Rolle um Bezugspersonen ausfindig zu machen und ebenfalls Maßnahmen zur Sicherung auszuwählen.
Bezugspersonen und freundlich gesinnte Hunde sind eine Option.
Beratung erfolgt meist telefonisch und kostenlos.
Ist eine Telefonnummer auf dem Suchflyer angegeben, wird dies nicht selten genutzt um aktiv Hilfe anzubieten. Hier ist trotz der Ausnahmesituation nicht jede Hilfe auch wirklich Hilfe.
Eine Begründung der geplanten Maßnahmen sollte immer möglich sein. Verlassen Sie sich auf ihr Bauchgefühl. Auch nach echten Referenzen zu fragen kann nützlich sein, ebenso Im Internet recherchieren und Angaben überprüfen. Auch Freunde und Bekannte fragen, die in ähnlicher Situation waren, kann hilfreich sein.

Eine Lebendfalle aufstellen lassen
Der Hund sollte so wenig wie möglich Scheu vor der Falle haben.
Je geringer die Scheu, um so höher ist die Chance, den Hund schnell zu sichern. Bitte Hilfe holen, die auch Hilfe ist. Fragen sie nach Maßnahmen, die getroffen werden um, die Scheu vor der Falle zu reduzieren.
Man kann auch beim Aufstellen der Falle Fehler machen, die die Scheu des Hundes eher verstärken als mindern.
Die Falle muss auf jeden Fall groß genug sein. Wenigstens 1,5x so hoch, wie der Hund und lang genug, um Verletzungen durch die Klappe auszuschießen.
Optimalerweise breit genug, dass der Hund einer Bedrohung ausweichen kann, die vor der Tür steht sowie ferngesteuert aktivierbar, um Fehlfänge, die den Hund erschrecken, auszuschließen.

Eine Falle sollte abschaltbar sein und Videoüberwacht. Der Jäger ist zu informieren, dass eine Falle für einen Hund gestellt wird, die das fangen von anderen Tieren ausschließt. Der Hund ist kein jagdbares Wild und wenn die Falle nur den Hund sichert und nichts anderes, kann der Jäger das Aufstellen der Falle weder genehmigen noch verweigern.
Das Ordnungsamt ist hier zuständig im Sinne von Gefahrenabwehr für die Genehmigung zum Aufstellen der Falle. Ist dies nicht erreichbar, dann kann auch die Polizei hier entscheiden.
Auf Privatgrund im Wohngebiet genehmigt der Grundstückseigner.

Keine grüne Plastikfolie, die im Wind flattert als Tarnung verwenden. Die Falle nicht mitten auf einen Platz stellen, sondern in die Umgebung integrieren. Decken in der Falle werden nass (Morgentau/ Regen) und sind ungeeignet.
Eine gute Betreuung ist wichtig und hilfreich. Es sollte in weniger als 20 Minuten Jemand beim Hund an der Falle sein. Auch muss geklärt sein, wie der Hund aus der Falle wieder heraus kommt.

Fangstange verwenden
Einen nicht allzu ängstlichen Hund kann man versuchen mit der Fangstange zu sichern. Hier ist eine Ablenkung mit einem anderen Hund oder Bezugsperson eine Hilfe. Die Fangstange überbrückt den Distanzkreis, den der Hund zum Menschen hat. Der Umgang ist nicht ganz einfach und sollte geübt sein. Auch kann ein Hund mit der Fangstange fixiert werden, dass er nicht unkontrolliert weiter läuft. Zu bedenken ist, dass einige Hunde aus dem Tierschutz negative Erfahrungen mit Fangstangen haben.

Suchhunde einsetzen
Ein Hund, der mobil und gesund ist und bei dem aktuell Sichtungen vorhanden sind, muss nicht mit Suchhunden gesucht werden.
Suchhunde wittern den Geruch, der von Bakterien verursacht wird, die z.B. Hautschuppen verwerten. Dieser Geruch ist einzigartig und nur ihm kann der Suchhund folgen. Geruchsspuren von Haltern sollten hierbei keinen Einfluss haben, da der Suchhund den Geruch des entlaufenen Hundes aufspürt.
Eine Socke mit gefüllten Hundehaaren hinter sich her zu zihen, legt die selbe Spur, wie wenn man ohne diese Socke läuft. Die Socke wird hierbei nicht dreckig. Gleiches gilt für getragene Kleidungstücke - auch die werden nur dreckig, wenn sie hinterher gezogen werden. Der ziehende Mensch verliert die Partikel, denen der Hund auf der Geruchsspur folgt.
Der Suchhund hilft immer, wenn der entlaufene Hund fest sitzt.
Der Suchhund kann eine Richtung vorgeben oder Gebiete eingrenzen.
Der Suchhund kann den entlaufenen Hund aufscheuchen, wenn keine Sichtungen gemeldet werden.
In der Regel bemerkt ein entlaufener Hund die Annäherung, die ein Suchhund mit Hundeführer verursacht. Er zieht weiter, wenn er kann. Der Suchhund verfolgt ihn, was die Angst des entlaufenen Hundes steigern kann.
Hunde guter Trailer zeigen, wenn die Spur frisch ist und der Hund in der Nähe sein muss. Dann bricht der Hundeführer idealer weiser ab.

Ein kranker, ein alter Hund, ein Welpe oder ein mit Leine verhedderter Hund wird gut vom Suchhund gefunden. Hier sollte man nicht zu lange warten und optimaler weise eine Geruchsprobe vorrätig haben.
Ist der Hund mobil, ermittelt der Suchhund ein Laufmuster, was möglicherweise schon älter ist. Informationen, wo sich der entlaufene Hund aktuell befindet, wenn er mobil ist, sind eher nicht zu erwarten. Das ist vergleichbar wie ein GPS Tracker, bei dem die Batterie leer ist, dieser aber Anfangs noch gesendet hat.
Distanznarkose beauftragen
Eine Narkose beim Tierarzt ist geplant.  Der Hund ist ruhig, das Gewicht ist bekannt, die Einstechstelle wird gezielt gewählt und der Hund bleibt auf dem Tisch. Auf allergische Reaktionen können direkt Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
All das kann per Gewehr oder Blasrohr nicht gewährleistet werden. Daher ist die Distanznarkose hoch riskant und sollte immer das letzte Mittel sein, wenn nichts weiter funktioniert oder die Situation eine Gefahr darstellt ,die das Risiko rechtfertigt.
Distanznarkose mit Druckluftgewehr beinhaltet eine größere Zielsicherheit und eine größere, mögliche Entfernung zum Hund.
Allerdings muss der Schütze auch geübt sein, da der Hund nicht nur gut getroffen, sondern auch die Entfernung vorher am Gewehr eingestellt werden muss.
Distanznarkose mit dem Blasrohr ist deutlich schwieriger. Hier muss gezielt und mit dem Mund dem Pfeil eine ausreichende Beschleunigung gegeben werden. Das erfordert Lungenvolumen und ruhige Hand. Es wird daher nur über kurze Distanz angewendet.
Wird der Hund getroffen, spürt er dies und flieht. Dies geht meist einher mit der Ausschüttung von Adrenalin, was der Narkose entgegen wirkt.
Die Umgebung muss mit mehreren Personen abgesichert werden, da ein Hund z.B. ertrinken kann, wenn er narkotisiert in einen Bach fällt. Distanznarkosen sollten immer von Tierärzten begleitet werden.
Der Umgang mit Narkotika wird streng überwacht und Abweichungen werden strafrechtlich verfolgt.

Drohneneinsatz
Drohnen sind heute erschwingbares Geld mit Wärmebildkamera zu bekommen. Allerdings ist der Hund kein Rehkitz. Jeder Hund reagiert anders auf ein Geräusch am Himmel. Es ist nicht vorhersehbar, ob das Geräusch nicht die Panik verstärkt.
Fliegt eine laute Drohne über einen versteckten Hund, schreckt ihn das möglicherweise auf. Die meisten Drohnen fliegen maximal 25-30 Minuten. Dann muss sie zum Akkuwechsel landen. In dieser Zeit kann der Hund bequem in den abgesuchten Bereich wechseln.
Warme Umgebung reduziert den Temperaturunterschied zum Hund und er ist schwieriger bis gar nicht zu erkennen.
Durch die Bauweise haben Wärmebildkameras in Drohnen eine kurze Brennweite. Hier wird auf 100m Enfernung das Mindestobjekt, das mit einem einzigen leuchtenden Bildpunkt dargestellt werden kann, zwischen 14 und 26 cm groß. Wie gut man erkennen kann, ob es sich um einen Hund handelt, wenn man ihn in 26cm große Raster einteilt, kann man sich vorstellen. Konsequenz : Flughöhe reduzieren, hochfrequenten Lärm erhöhen. Dichtes Blattwerk schirmt die Wärmesignatur ab.
Freies Feld und niedriges Buschwerk bleibt so übrig. Es gibt gesetzliche Einschränkungen zu Flugorten und es sind Genehmigungen zum generellen Betrieb der Drohen nötig. Die Drohne selbst kann den Hund nicht einsammeln. So sind mehrere Personen nötig, die Unruhe mit sich bringen. Kann der Hund nicht weg, ist der Suchhund die weniger stressbehaftete Variante.

Schlafmittel im Futter
Futter mit Schlafmittel zu versetzen ist nicht wirklich eine Lösung.
Der Hund ist draußen, sein Gewicht kann nur geschätzt werden.
Ähnlich wie bei der Distanznarkose besteht für den Hund ein sehr hohes Risiko. Hier kommt hinzu, dass der Zeitpunkt, wann der Hund dem Risiko ausgesetzt wird unbekannt ist.
Denn wann der Hund frisst und wieviel er frisst, ist ungewiss.
Findet Nachbars Katze oder ein Wildtier das Schlafmittel für einen größeren Hund, wird es kein Aufwachen mehr geben.
Unverträglichkeiten können nicht gegengesteuert werden und ein schläfriger Hund kann abstürzen, ertrinken oder überfahren werden.
Er kann sich auch irgendwo verkriechen und wacht im besten Fall einfach wieder auf.

Tierkommunikation (TK)
Vielfach werden Tierkommunikationen zu rate gezogen, die z.B. anhand eines Fotos vom Hund, sich in ihn hinein versetzen können sollen.
Hier sollen vom Hund Emotionen und Bilder übertragen werden können.
Meist sind diese Aussagen sehr allgemein und werden damit auf die eine oder andere Weise irgendwie zutreffend gemacht.
Hunde haben ein anderes Blickfeld wie die Menschen. Sie sehen auch kein rot. Eine Aussage, dass der Hund einen orangen Mülleimer vor einem Haus mit rotem Dach gesehen haben will, ist damit äußerst fragwürdig.
Die Tierkommunikation kann helfen, um motiviert zu bleiben, allerdings auch große psychische Belastungen verursachen.
Die Ahnungen einer Tierkommunikation sind niemals über reale Sichtungen zu stellen.
Nicht selten wird abgebrochen, weil der Hund sich nicht öffnet oder Jemand nicht bereit ist, sich auf die Kommunikation einzulassen.
Es gibt zwei Menschheitsträume. Einer ist mit den Armen zu wedeln und zur Decke zu schweben und der andere ist mit Tieren reden zu können. Beide sind gleich wahrscheinlich.
Aber wer daran glauben mag, dem hilft es vielleicht. Bisher haben wir noch keine Aussage einer Tierkommunikation hilfreich verwenden können, aber unzählige falsche informationen bekommen.

Optimaler Weise entläuft der Hund erst gar nicht.
Sehr ängstliche Hunde lassen sich mit Sicherheitsgeschirr, doppelter Leine und Bauchgurt ausführen.
Ein GPS Tracker kann bei der Ortung helfen.
Grundsätzlich gilt immer wachsam sein und für den Hund vorausschauend mitdenken.
Neue Hunde haben noch kein Bezug zu „ihren“ Menschen.
Man kann ihnen nicht sagen, dass es besser wird. Sie müssen es erleben und brauchen Zeit dafür.
Hier ist der Mensch in der Verantwortung, Gefahren vom Hund fern zu halten.

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